Die Geschichte des Pfitzaufs

Als ich mich mit meinem amerikanischen Kommilitonen auf den Weg zu einem Vortrag über Muslimische Spiritualität und palliativmedizinischer Behandlung mache, ahne ich noch nicht in welche Identitätskrise ich geraten werde. Der Vortrag, organisiert vom Institut für Heilige Musik, findet im schicksten Restaurant der Uni statt. Holzvertäfelte Wände verziert mit Gemälden ehrwürdiger Herren, eine große amerikanische Flagge und zu meiner Freude: Porzellangeschirr – jedem der einmal länger in den USA gewesen ist wird auffallen, dass dieses Restaurant wirklich „bougie“ ist.

Nun, das Essen war grandios und der Vortrag eigentlich interessant, beschäftigt hat mich aber viel mehr eine Debatte am Buffet. Bereits auf dem Weg zum Vortrag hat mir mein Kommilitone von den „Pop-overs“, die es dort gäbe vorgeschwärmt: so delicious! Am Buffet sprangen diese mir dann regelrecht ins Auge. Knuspriges, fluffiges Teiggebäck: „Das sind doch eindeutig Pfitzauf“, dachte ich mir. Ich erklärte meinem Kommilitonen freudig, dass diese Pop-overs eigentlich Pfitzauf hießen und aus Swabia (Schwaben) kämen. Sogleich beteiligten sich ein Angestellter des Instituts und ein Engländer an der Debatte. Was dann passierte, erschütterte mich zu tiefst.

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Niemand gewinnt! – Investitionspolitik der Yale University

Eines der wichtigsten Events im Semester ist das Football-Game Yale gegen Harvard – natürlich hat Yale gewonnen! Ein typisches Spiel beginnt mit dem „Talegating“ lange bevor die Spieler den Rasen betreten – auf den riesigen Parkplätzen treffen sich die Zuschauer*innen zum Grillen und Vorglühen. Nach einigen PBR-Bieren geht es dann Richtung Stadion. Meine Freunde und ich sind aber erst 1 Stunde nach Spielbeginn angekommen. Bei mindestens 3h Spielzeit ist das aber überhaupt nicht zu spät und in diesem Fall gab es sogar zweimal eine Verlängerung. Das Spiel verläuft ganz gewöhnlich, rote und blau Menschen rennen auf einander zu, rammen sich und versuchen den Football über die weiße Linie zu befördern. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt dann die „Half-time-show.“ Eigentlich gibt es musikalische Beiträge mit Tanz von beiden Unis und das Spiel geht weiter. Doch dieses Mal begann die eigentliche Show erst nach der Show: Die Musikant*innen haben gerade den Rasen verlassen, da rennen 150 Menschen mit Bannern auf das Feld: „This is an Emergency.“

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