Wir denken und fühlen in den Konzepten und Metaphern die wir bereits kennen. Das heißt, sprechen wir über „Argumentieren“ mit Sätzen wie „in die Parade fahren“, „im Wortgefecht“, „losschießen“ oder „Argumentationsstrategie“, dann denken wir Argumentieren als Krieg. Wir verwenden Metaphern die zum Konzept „Krieg“ gehören und prägen so unser Denken, aber auch das Handeln im Diskutieren mit anderen Menschen. Wären manche Gespräche anders ausgegangen, wenn wir mit anderen Metaphern über das Argumentieren nachdenken würden?

Die von Georg Lakoff und Mark Johnson entwickelte Theorie über das „Leben in Metaphern“ findet sich auch in dem pädagogischen Ansatz der Alltagsfantasien wieder. Alltagsfantasien, das sind die Vorstellungen die unsere alltägliches Handeln mittelbar beeinflussen. Beschreibt Anne-Katrin Hohlfelder in ihrer Arbeit zu einer Didaktik der Alltagsfantasien mit Jugendlichen, etwa die Vorstellung der unveränderlichen Vorbestimmtheit einer nicht-nachhaltigen Zukunft. So ergibt sich ein Ansatzpunkt für Bildung für Nachhaltige Entwicklung, bei dem nicht das „Wissen“ in den Fokus gerät, sondern die Vorannahmen die die Beurteilung eines Wissenbestandes prägen. Die Annahme einer nicht-nachhaltigen Zukunft wird vermutlich nicht, durch mehr Faktenwissen über den Klimawandel oder das Artensterben beeinflusst. Bessere Chancen auf sinnvolle Bildungsarbeit bestehen, wenn diesem Bild eine Selbsterfahrung als konstruktiver wirksamer Akteur entgegengestellt wird.
Nicht anders verhält es sich auch mit unseren Konzepten zur individuellen Mobilität. Wenn im Kindertagesstätten draußen das Bobby-Car und drinnen Spielzeugautos aller Varianten warten, ist es kein Wunder, wenn die Autos pro Einwohner weiter steigen und dem Stuttgarter Kessel keine Erholung gegönnt wird. Vom Kleinkind an verbindet sich schließlich dieses Objekt mit vier Rädern mit Spiel und Spaß. Andere Metaphern für unsere Mobilität zu finden muss daher schon früh Anfangen. Also, sollten wir nicht Spielzeugautos und Motorräder durch Züge und Fahrräder ersetzen?